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Strittige Rollkur auch bei Top-Pferd Totilas?

Dressurpferd © Cornelia Pretzsch - Fotolia.com

Dressurpferd © Cornelia Pretzsch - Fotolia.com

Totilas ist ein Prachttier. Sein glänzendes schwarzes Fell ist zu jedem Turnier stets fein säuberlich gestriegelt. Totilas ist aber nicht irgend ein Hengst, sondern galt auf den internationalen Ranglisten lange Zeit als erfolgreichstes Dressurpferd der Welt. Der niederländische Rassehengst und sein ehemaliger Reiter Edward Gal heimsten zwischen 2009 und 2010 sämtliche Preise ein, die es auf Dressurturnieren abzustauben gab. 

Als Totila Ende 2010 an Paul Schockenmöhle, einen erfolgreichen Springreiter und Unternehmer aus Niedersachsen, verkauft wurde, wechselte auch der Reiter. Von nun an schwang sich Matthias Alexander Rath in den Sattel des Rassehengstes und schickte sich an, die Erfolgsserie des Prachttiers fortzuführen.

Was dann aber auf der privaten Hengstschau Schockenmöhles stattfand, schockte die gesammelte Welt der Pferdefanatiker. Totila wollte nicht mehr, konnte nicht mehr und wirkte völlig verstört. Während Totilas und sein ehemaliger Reiter Gal auf dem Platz zu einer perfekten Reiter-Pferd-Symbiose verschmolzen, hatte der junge Rath sichtlich Mühe, sich im Sattel des wilden Hengstes zu halten. 

Die sichtlich zornigen Besitzer des Pferdes fordern nun die Aufwartung härterer Geschütze. Sie wollen Totilas der sogenannten Rollkur unterziehen. Diese Methode, erfunden vom niederländischen Coach Sjef Janssen, löst bei Tierschützern wütende Proteststürme aus. Die majestätischen Pferdehälse werden hierfür in eine Position gebracht, die wider ihrer Natur ist. Das sogenannte “Einrollen”, eine schmerzhafte und gesundheitsgefährliche Prozedur, soll den Willen der stolzen Tiere gänzlich brechen und sie für jegliche Befehle ihrer Reiter gefügig machen. 

Es bleibt den neuen Besitzern überlassen, ob sie derartige Methoden mit ihrem eventuell noch vorhandenen Gewissen vereinbaren können. Totilas wäre sonst nur ein weiteres, trauriges Symbol für die erbarmungslosen Profitgier, die im Reitsport um sich greift. 

Das Distanzreiten

Distanzreiten © FotoLS - Fotolia.com

Distanzreiten © FotoLS - Fotolia.com

Das Distanzreiten stellt eine sportliche Disziplin dar, bei der Pferd und Reiter weite Strecken zurücklegen müssen. Bereits seit ihrer Domestikation haben Pferde stets längere Strecken überwinden müssen, so zum Beispiel beim legendären Ponyexpress oder auch dem 10.000 Meilen Ritt quer durch die USA.

Für die Disziplin des Distanzreitens kommt es weniger auf die Rasse des Pferdes an, sondern auf seinen Körperbau. Im Prinzip kann jeder mit seinem Pony oder Pferd am Distanzreiten teilnehmen, soweit die Skelettstruktur stimmt. Wichtig sind ein großer Brustkorb, der Platz für Lunge und Herz bietet, und wohl propotionierte Gliedmaßen, die der Belastung Stand halten.

Die Ursprünge des Distanzreitens lassen sich in den USA und Australien ausmachen. Hier wird dieser Sport bereits seit über 30 Jahren betrieben. In Deutschland wurde Ende der 1970iger Jahre ein Verein gegründet. Die Wettkampfregeln unterscheiden sich je nach Land.

Es gibt jedoch nicht nur den Wettkampfsport als solches, sondern auch die Freizeitvariante des Wanderritts. Hierbei werden ebenfalls enorme Strecken zurückgelegt, jedoch in einer längeren Zeit.

Auch wenn theoretisch jedes Pferd oder Pony bei Distanzritten mitmachen kann, so ist doch der Gesundheitszustand ausschlaggebend und die PAT Werte ( Puls, Atmung, Temperatur). Die PAT Werte sind regeltechnisch festgelegt. Es werden nur Pferde über die gesamte Wettbewerbsdauer zugelassen, die in regelmäßigen Abständen immer wieder die vorgegebenen PAT Werte erreichen.

Pferde, die an solchen sportlichen Wettkämpfen teilnehmen, erhalten eine besondere Ausbildung im Dressur- und Springreiten, sowie ein umfassendes Ausdauer- und Zuverlässigkeitstraining. Zu den natürlichen Hindernissen während eines Distanzreitens gehören Flussüberquerungen, Hindernisse überspringen, sowie Tore öffnen und schließen. Das Pferd muss auch mit einer lauten Geräuschkulisse konfrontierbar sein, da während eines Ritts auch öfters auf große Maschinen gestoßen wird.

Eine explizite Kleidervorschrift gibt es im Gegensatz zu anderen Reitsportdisziplinen nicht. Entscheidend ist hier ausschließlich die Wetterlage und die Bequemlichkeit.

Beim Distanzreiten werden Elemente des klassischen Reitens mit dem Westernreiten verbunden. Es wird klassisch geritten, aber ohne andauernde Hilfestelliung des Reiter. So muss das Pferd auch auf Lautsignale reagieren und nicht bloß auf die Zügel oder Beinarbeit des Reiters.

Das Islandpferd

Islandpferde  Cornelia Pretzsch - Fotolia.com

Islandpferde Cornelia Pretzsch - Fotolia.com

Der Schnee liegt kniehoch, der Wind lässt die einzelnen Schneeflocken wehen und die eisigen Temperaturen geben dazu noch ihr Übriges. Für Menschen mag eine Tour durch diese Umgebung nur mit teurer Winterjacke und gut gefeierter Zwiebeltaktik nur durchstehen zu sein, doch für tierische Lebewesen ist es ein ganz normaler Ritt durch die Natur. Dass hierbei das Wort “Ritt” zum Tragen kommt, ist im Übrigen kein Zufall, schließlich sind Islandpferde – trotz ihrer Größe – Pferde. 

Sie sind sehr stämmig, haben zum einen ein sehr dichtes Winterfell, weil die kalten Temperaturen an ihren Standorten dieses auch notwendig machen, und zum anderen sind die Haare sehr lang, damit sie auch eben vor Schneewehen schützen. Ein wenig ähneln Islandpferde vom Kopf her kleinen Kindern oder älteren Männern, denn ihr großer Kopf mit seinen großen Kulleraugen schafft Vertrauen. Schaut man genau hin, könnte man meinen, das Islandpferd würde einen anlachen.  Im Durchschnitt sind diese Pferde 1,30 bis 1,45 Meter groß und schaffen fast schon menschliches Alter zu erreichen. Denn sie können selbst im Alter von 20 Jahren – manchmal sogar bis 30 Jahren – noch geritten werden. 

Islandpferde sind durch ihre robuste Statur für einen Ritt durch schwieriges Gelände ebenso gut geeignet wie ein Honda Motorrad. Das mag sich auf dem ersten Blick genauso komisch anhören, wie auch dieses Pferd beim ersten Blick aussieht, doch das ist kein Witz, weil man mit Islandpferden viele gute Erfahrungen gemacht hat, so dass man durchaus von einem zuverlässigen Reitpferd sprechen kann, wenn man die Möglichkeit bekommt, ein Islandpferd zu reiten. Damals und teilweise noch heute werden sie für die Arbeit und den Transport genutzt, meist allerdings nur noch für das Reiten. Und dabei sind sie bei diesen Gegebenheiten der Umgebung wirklich besser geeignet als ein Motorrad, weil das Islandpferd mehrere Gangarten auf Lager hat: Schritt, Trab, Galopp sowieso und auch noch Tölt und den Pass.