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Reiten als Chance für Übergewichtige

Was früher einmal als schnelle Reisemöglichkeit eingesetzt wurde, ist heute in Freizeit und Sport zu einer der beliebtesten Fortbewegungsarten der Menschen geworden. Mit Einsatz von Stimme, Schenkeldruck, Zaumzeug und Hilfsmitteln wie Gerten, lässt sich manches Tier mehr oder weniger gemächlich vom Rücken aus lenken.

Doch nicht nur in Sport und Freizeit, auch in therapeutischen Bereichen wird das Reiten eingesetzt. Davon will man nun auch Gebrauch machen, um gegen Übergewicht schon im Kindesalter anzugehen. Oft wird in solchen Fällen geraten, sich gesünder zu ernähren oder mehr zu bewegen, doch das Eine bedingt das Andere und so sind vor allem Kinder mit Übergewicht selten fit und motiviert, sich in den Sport zu stürzen.

Mit “Kids auf Trab” will man sich nun die Kraft der Tiere zu Hilfe holen, indem Kinder erst einmal ganz passiv erfahren können, wie viel Spaß Bewegung an der frischen Luft machen kann. Ohne es zu merken oder sich überwinden zu müssen, erfolgt die eigene Bewegung beim Ausmisten, Putzen der Pferde oder bei zahlreichen Übungen mit und auf dem Pferd. Dabei sollen die Kinder im Laufe der Zeit nicht nur erfahren, wie es ist, ein Gefühl für das Tier und seine Bedürfnisse, sondern auch für ihren eigenen Körper zu entwickeln.

So können Kinder, die aufgrund ihres Übergewichts möglicherweise im Laufe der Zeit an Diabetes oder Herz-Kreislaufstörungen erkranken können, auf spielerischem Wege einen ersten Schritt machen, ihrem Problem zu begegnen. Drei ehrenamtliche Therapeuten und zwei langzeitig ausgebildete Pferde begleiten die Kinder in diesem Projekt dabei, dass derzeit noch auf Spenden angewiesen ist.

Das Dressurreiten

Dressurreiten, Foto von JaBB/flickr.com

Dressurreiten, Foto von JaBB/flickr.com

Beim Dressurreiten handelt es sich um eine spezielle Disziplin des Pferdesports. So liegt der Schwerpunkt hierbei darin, die natürlichen Veranlagungen des Pferdes durch gymnastische Übungen zu fördern und zu verfeinern. So liegt das Ziel des Dressurreiten darin, das “rittige” Pferd zu erhalten, welches auf minimale Signale hört und diese exakt ausführt. Dabei gibt der Reiter nur kleine Hilfen und lässt das Pferd dann die Aufgaben oder Lektionen ausführen.

So verfeinert und fördert das Dressurreiten die natürlichen Bewegungen des Pferdes und sorgt dafür, dass das Pferd in der Lage ist das Gewicht des Reiters optimal zu tragen und somit die Wirbelsäule nicht unnötig zu belasten. So geht es bei der Dressur auch nicht um das Konditionieren des Pferdes auf Kommandos, sondern vielmehr um die Gymnastizierung und Sensibilisierung des Pferdes was eine Erhöhung der Kraft, der Beweglichkeit und der Durchlässigkeit zur Folge hat.

Es gibt zahlreiche Turniere auf denen die Pferde und Reiter nach einem Punkte-System bewertet werden. So steht die 10 für eine ausgezeichnete Leistung, während die 0 für eine gar nicht geleistete Darbietung steht. So werden dann entweder pro Aufgabe Punkte vergeben oder aber eine Gesamtnote am Ende die sich aus den einzelnen Teilen zusammensetzt. Meistens entscheiden 5 Richter über die Vergabe der Punkte. Die Dressuraufgaben bestehen dabei aus einer bestimmten Anzahl von Lektionen die der Reiter in einer bestimmten Reihenfolge vorführen kann. Nicht selten sind diese Darbietungen auch mit Musik untermalt. Bewertet wird hierbei vor allem der Sitz und die Hilfegebung des Reiters, die Bewegung und vor allem die Rittigkeit des Pferdes.

Seit dem Ende 19. Jahrhunderts ist das Dressurreiten ein offizieller Sport und war nicht mehr nur den Offizieren vorbehalten. Dressurreiten ist außerdem seit 1921 olympisch und zählt zu den erfolgreichsten Sportarten für Deutschland.