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Das Distanzreiten

Distanzreiten © FotoLS - Fotolia.com

Distanzreiten © FotoLS - Fotolia.com

Das Distanzreiten stellt eine sportliche Disziplin dar, bei der Pferd und Reiter weite Strecken zurücklegen müssen. Bereits seit ihrer Domestikation haben Pferde stets längere Strecken überwinden müssen, so zum Beispiel beim legendären Ponyexpress oder auch dem 10.000 Meilen Ritt quer durch die USA.

Für die Disziplin des Distanzreitens kommt es weniger auf die Rasse des Pferdes an, sondern auf seinen Körperbau. Im Prinzip kann jeder mit seinem Pony oder Pferd am Distanzreiten teilnehmen, soweit die Skelettstruktur stimmt. Wichtig sind ein großer Brustkorb, der Platz für Lunge und Herz bietet, und wohl propotionierte Gliedmaßen, die der Belastung Stand halten.

Die Ursprünge des Distanzreitens lassen sich in den USA und Australien ausmachen. Hier wird dieser Sport bereits seit über 30 Jahren betrieben. In Deutschland wurde Ende der 1970iger Jahre ein Verein gegründet. Die Wettkampfregeln unterscheiden sich je nach Land.

Es gibt jedoch nicht nur den Wettkampfsport als solches, sondern auch die Freizeitvariante des Wanderritts. Hierbei werden ebenfalls enorme Strecken zurückgelegt, jedoch in einer längeren Zeit.

Auch wenn theoretisch jedes Pferd oder Pony bei Distanzritten mitmachen kann, so ist doch der Gesundheitszustand ausschlaggebend und die PAT Werte ( Puls, Atmung, Temperatur). Die PAT Werte sind regeltechnisch festgelegt. Es werden nur Pferde über die gesamte Wettbewerbsdauer zugelassen, die in regelmäßigen Abständen immer wieder die vorgegebenen PAT Werte erreichen.

Pferde, die an solchen sportlichen Wettkämpfen teilnehmen, erhalten eine besondere Ausbildung im Dressur- und Springreiten, sowie ein umfassendes Ausdauer- und Zuverlässigkeitstraining. Zu den natürlichen Hindernissen während eines Distanzreitens gehören Flussüberquerungen, Hindernisse überspringen, sowie Tore öffnen und schließen. Das Pferd muss auch mit einer lauten Geräuschkulisse konfrontierbar sein, da während eines Ritts auch öfters auf große Maschinen gestoßen wird.

Eine explizite Kleidervorschrift gibt es im Gegensatz zu anderen Reitsportdisziplinen nicht. Entscheidend ist hier ausschließlich die Wetterlage und die Bequemlichkeit.

Beim Distanzreiten werden Elemente des klassischen Reitens mit dem Westernreiten verbunden. Es wird klassisch geritten, aber ohne andauernde Hilfestelliung des Reiter. So muss das Pferd auch auf Lautsignale reagieren und nicht bloß auf die Zügel oder Beinarbeit des Reiters.

Das Springreiten

Springreitturnier von C_Baltrusch/flickr.com

Springreitturnier von C_Baltrusch/flickr.com

Eine der Disziplinen des Pferdesports ist das Springreiten. Hierbei müssen von Pferd und Reiter in einem vorgegebenen Parcours Hindernisse wie Steilsprünge, Hochweitsprünge und Geländehindernisse in Form von Gräben oder Wällen, erfolgreich überwinden. Solche Hindernisse treten in bestimmter Reihenfolge sowohl einzeln, als auch in geschlossenen oder offenen Kombinationen aus Hindernissen sowie als Distanzen auf.

Seit etwa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es Springturniere, die den heutigen nahe kommen.

Pferde brauchen neben der Grundausbildung hier auch eine Springausbildung. Dabei kommen beispielsweise Stangenarbeit, Cavalettiarbeit, Trabsprünge, Freispringen und Gymnastikreihen zum Einsatz, um Rhythmus und Koordination zu schulen. Über dem Sprung, ist das Aufwölben des Rückens, als Bascule bezeichnet, wichtig. Um Techniken der bereits ausgebildeten Springpferde zu verbessern, ist auch das Gymnastikspringen sinnvoll und schonend für das Tier. So beschränken sich erfolgreiche Turnierreiter wie Ingrid Klimke zum Beispiel bei Training und Ausbildung zum größten Teil auf die Springgymnastik und Dressur, während hohe Sprünge meist nur auf Turnieren vollbracht werden.

Auch im Springreiten gibt es verschiedene Prüfungsarten, wie beispielsweise die Springprüfung. Diese kann verschiedentlich vollführt werden, wobei sich das Ergebnis entsprechend der Methode nach Fehlern, Zeit oder einer Kombination aus beidem richtet. Beim Stilspringen wird der Reiter durch eine Wertnote eingeschätzt, die sich aus Hindernisfehlern, Verweigerungen oder Ungehorsam sonstiger Art zusammensetzt. Erst nach einer dritten Verweigerung, jedoch aus Sicherheitsgründen schon sofort nach einmaligen Sturz durch Reiter oder Pferd, wird mit Ausschluss reagiert. Hier wird vor allem auch auf den Sitz des Reiters geachtet, der auf langen Strecken leicht sein soll, das Pferd dabei im Innengalopp.

Bei einer Springpferdeprüfung wird die Ausbildung und Eignung eines noch jungen Pferdes geprüft.

Seit 1900 ist das Springreiten auch olympische Disziplin.

Das Dressurreiten

Dressurreiten, Foto von JaBB/flickr.com

Dressurreiten, Foto von JaBB/flickr.com

Beim Dressurreiten handelt es sich um eine spezielle Disziplin des Pferdesports. So liegt der Schwerpunkt hierbei darin, die natürlichen Veranlagungen des Pferdes durch gymnastische Übungen zu fördern und zu verfeinern. So liegt das Ziel des Dressurreiten darin, das “rittige” Pferd zu erhalten, welches auf minimale Signale hört und diese exakt ausführt. Dabei gibt der Reiter nur kleine Hilfen und lässt das Pferd dann die Aufgaben oder Lektionen ausführen.

So verfeinert und fördert das Dressurreiten die natürlichen Bewegungen des Pferdes und sorgt dafür, dass das Pferd in der Lage ist das Gewicht des Reiters optimal zu tragen und somit die Wirbelsäule nicht unnötig zu belasten. So geht es bei der Dressur auch nicht um das Konditionieren des Pferdes auf Kommandos, sondern vielmehr um die Gymnastizierung und Sensibilisierung des Pferdes was eine Erhöhung der Kraft, der Beweglichkeit und der Durchlässigkeit zur Folge hat.

Es gibt zahlreiche Turniere auf denen die Pferde und Reiter nach einem Punkte-System bewertet werden. So steht die 10 für eine ausgezeichnete Leistung, während die 0 für eine gar nicht geleistete Darbietung steht. So werden dann entweder pro Aufgabe Punkte vergeben oder aber eine Gesamtnote am Ende die sich aus den einzelnen Teilen zusammensetzt. Meistens entscheiden 5 Richter über die Vergabe der Punkte. Die Dressuraufgaben bestehen dabei aus einer bestimmten Anzahl von Lektionen die der Reiter in einer bestimmten Reihenfolge vorführen kann. Nicht selten sind diese Darbietungen auch mit Musik untermalt. Bewertet wird hierbei vor allem der Sitz und die Hilfegebung des Reiters, die Bewegung und vor allem die Rittigkeit des Pferdes.

Seit dem Ende 19. Jahrhunderts ist das Dressurreiten ein offizieller Sport und war nicht mehr nur den Offizieren vorbehalten. Dressurreiten ist außerdem seit 1921 olympisch und zählt zu den erfolgreichsten Sportarten für Deutschland.